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Keiner muss sich wundern... | Der Weg

 

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"Keiner muss sich wundern..."


Keiner muss sich wundern, wenn ich schon wieder das Weite suchen werde. Ewig diese Nörgelei, man hält das doch nicht den ganzen Tag aus, und das jeden Tag in jedem Jahr.

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und ich denke das sich alles ändern wird, im nächsten Jahr.
Ich hasse den Winter, wegzulaufen von zuhause und das mitten in der kältesten Jahreszeit ist denkbar unpraktisch. Aber dennoch tue ich es nicht unüberlegt. Vorher kommt, wie jedes mal, der Gedanke auf, ich plane es nicht, aber in meinem Kopf nistet sich diese Idee ein.
Wenn es dann wieder so weit ist, dann packe ich das wichtigste ein, laufe oder trampe zum nächsten Bahnhof und bin dann von einer auf die andere Minute herrlich frei und auf mich alleine gestellt.

Frei? Was ist Freiheit?
Ist Freiheit, allein im tiefsten Winter, unter einer Zeitung zitternd, am Straßenrand sitzend, zu erfrieren?
Nicht doch, es gibt immer nette Menschen, die sich gegen entsprechende Gegenleistung um einen kümmern. Wie und ob man das tut, bleibt jedem selbst überlassen, ich tue es nicht, na ja nur ab und zu.

Doch was ist mit der Liebe?
Liebe. Ein großes Wort, zu groß für mich. Es in den Mund zu nehmen, fühlt sich an, wie verheiratet zu sein und die Kinder zu hüten. Ich bin nicht der Mensch dafür. Lieber sitze ich zitternd und frierend mit einer Zeitung zugedeckt am Straßenrand.

Angst? Kenn ich nicht. Angst hat meine Mutter, wenn ich wieder mal das Weite suche. Sie hofft noch immer, ich finde eine nette Frau, mache ein duzend kleiner Hosenscheißer und lebe glücklich bis an mein Lebensende.

Ende? Wann ist etwas zu ende? Das Leben bietet viel zu viele Möglichkeiten, um gleich bei der Ersten stehen zu bleiben.

Und am Ende sind wir noch lange nicht.


vom 22 Oktober 2001